Swapping statt Shopping

Warum Tauschen glücklicher macht als Kaufen

Vielleicht habt ihr’s mitbekommen: Vor gut einem Monat fand die “Fashion Revolution Week” statt. Ab dem 24. April, dem Tag, an dem vor 4 Jahren das Rana Plaza Unglück passierte, taten engagierte Menschen rund um den Globus 7 Tage lang gemeinsam alles dafür, dass die fiesen Seiten der Fast Fashion nicht in Vergessenheit geraten. Und, noch wichtiger, dass es die nachhaltigen Alternativen, die es zur Wegwerf-Mentalität gibt, raus aus der Nische und rein in möglichst viele Köpfe schaffen.

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Auch in Hamburg gab es jede Menge Experten-Talks und Diskussionen rund um’s Thema Slow Fashion. Unter anderem gab es auch einen Kleidertausch Pop Up Store in der B-LAGE, wo in dieser Woche “Tauschen statt Kaufen” die Devise lautete.

Von meiner ersten und bis dato gleichzeitig letzten Kleidertauschparty, von der ich euch bereits hier erzählt habe, ging ich mit gemischten Gefühlen nach Hause. Meinen eigenen Tipp, “Geht nicht mit den Erwartungen zur Party, für 10 abgegebene Teile auch 10 neue Lieblingsstücke zu finden”, befolgte ich vorm Besuch des Kleidertausch Pop Ups und ging also ohne große Erwartungen zur B-LAGE. So oder so würde es eine schöne Mittagspause werden, da ich dort mit Sophie vom Blog helllaut verabredet war und auch die Kunstkinder, die an dem Tag Store-Aufsicht hatten, endlich mal wiedersehen würde.

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Wir gaben also unsere mitgebrachten Sachen ab und erhielten im Gegenzug verschiedenfarbige Punkte. Das Punktesystem reichte vom “Alltagsflirt” (1 Punkt, das konnte zum Beispiel ein Fast Fashion T-Shirt sein) bis hin zur völligen “Ekstase” (5 Punkte, besondere Teile, die jedes Modeherz schneller schlagen lassen). Die Vergabe der Punkte empfand ich als sehr fair und mit den Pünktchen in der Hand ging’s los ans Kleiderstangen auschecken.

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Schon auf den ersten Blick machten die an den Stangen hängenden Klamotten einen viel hochwertigeren Eindruck als auf meiner ersten Tauschparty. Alles war super sortiert und selektiert. Durch das Punktesystem und die Tatsache, dass jeder maximal 3 Kleidungsstücke mitbringen durfte, hat man sich vorher wahrscheinlich doch etwas genauer überlegt, was man mitbringt. Es kam kein hektisches Wühltisch-Feeling auf; vielmehr hatte man das Gefühl, in einem “richtigen” Shop zu sein (war man ja auch streng genommen) – und so habe ich in netter Atmosphäre ein paar neue Schrank-Lieblinge gefunden, die ich dann mit den hübschen Punkten, dem “Tauschgeld”, bezahlen konnte.

Ein riesen Dankeschön geht an dieser Stelle an die Organisatorinnen, die all dies möglich gemacht haben: Vanessa von der B-Lage, die Kluntje-Mädels, die Kleiderei-Girls, die Superfrauen von Bridge & Tunnel (zu dem Label gibt’s bald mehr auf dem Blog!) und die Kunstkinder! #GRLWPR ???

Warum Tauschen also glücklicher macht als Kaufen? Hier meine Top 5 Gründe:

1. Spar’ Geld! 

Tauschen ist wie Shoppen – lässt aber die Kreditkarte nicht glühen. Das Gefühl vom Stöbern, Sachen entdecken und anprobieren ist das Gleiche – und macht genauso viel Spaß wie der Wochenend-Bummel mit der besten Freundin! 

2. Mach’ Platz im Kleiderschrank!

Um bei einer Tauschparty mitmachen zu können, braucht man erstmal eines: Sachen, die man selbst nicht mehr bei sich haben möchte. Ein Tausch-Event ist also eine super Gelegenheit, um den Kleiderschrank auszumisten: Denn so gut wie jeder hat ein paar Schrankhüter zu Hause herumliegen, deren Anblick ein schlechtes Gewissen à la „das müsste ich auch mal wieder anziehen“ macht. Mit dem Gedanken daran, ein ungeliebtes Teil in ein neues Lieblingsstück ertauschen zu können, mistet es sich noch besser aus und man trennt sich leichter von Dingen – vor allem, wenn es sich nicht um 5€-Neupreis-Teile handelt, sondern um richtig gute Sachen, die man aber leider trotzdem nicht anzieht… Kurz: ein frisch ausgemisteter Kleiderschrank macht zufrieden!

3. Freu’ dich über Glücksgriffe!

Mit dem Tauschen ist es wie im Secondhand-Laden: es gehört ein bisschen Glück dazu! Jedes Teil gibt’s nur ein Mal und nur in einer Größe. Wer ein bisschen Geduld mitbringt und sich genügend Zeit zum Durchschauen aller Sachen nimmt, hat also definitiv größere Chancen auf ein positives Tausch-Erlebnis. Tipp: Auch mal einen Blick in die Grabbelkisten werfen – denn dort finden sich oft verborgene Schätzchen! Und wer schonmal einen richtigen Glücksgriff gelandet hat, weiß, wie freudig das macht…

4. Schenk’ deiner Kleidung ein zweites Leben!

Ungeliebte Schrankhüter werden zu neuen Lieblingsstücken – und damit wird dem Kleidungsstück ein weiteres Leben geschenkt, anstatt es, im worst case, wegzuschmeißen. Selbstverständlich gibt es auch andere Möglichkeiten, seiner Kleidung ein zweites Leben zu ermöglichen- Tauschen macht aber am glücklichsten, behaupte ich jetzt einfach mal. Wenn man seine Sachen abgibt und merkt, wie schön andere Leute sie finden und wie sie vielleicht sofort eine neue, verliebte Besitzerin finden, ist das ein grandioses Gefühl, ich sag’s euch!  Darüber hinaus sind Kleidertauschpartys allgemein ein wichtiges Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft und den Konsum von Billigmode. Das Prinzip “Kleider leihen” wird durch sie präsenter in den Köpfen und führt im besten Fall zum Überdenken des eigenes Konsumverhaltens. 

Denn die Realität sieht so aus: 40 Prozent der Frauen gehen laut einer von Greenpeace beauftragten Studie (siehe S.11) regelmäßig shoppen, obwohl sie gar nichts brauchen. Shoppen ist zum Hobby geworden, zur Freizeitbeschäftigung- man trifft sich mit Freunden, um einkaufen zu gehen. Und da wären noch die typischen Belohnungskäufe, zu denen Menschen leider neigen, wenn sie sich sich überfordert oder einfach schlecht fühlen und sich “etwas Gutes tun” wollen. Bei dieser Art von Shopping ist es oft nur das Gefühl, ein neues Teil in der Einkaufstüte nach Hause zu tragen, das zählt. Fragen wie “Brauche ich das überhaupt?” spielen bei diesem Konsumverhalten keine Rolle. Es geht lediglich um den kurzen Kick. Dieser kann durch das Tauschen genauso befriedigt werden – auf viel nachhaltigere Art und Weise! Jedes Kleidungsstück, das ertauscht anstatt neu gekauft wird, sorgt dafür, dass weniger Ressourcen verbraucht werden. Check!

5. Hab’ ein gutes Gefühl beim Weggeben deiner Sachen!

Zum Schluss noch eine weitere gute Nachricht: Die meisten Tausch-Events arbeiten mit lokalen sozialen Einrichtungen zusammen, an die die übrig gebliebenen Teile gespendet werden. 

Tausch-Outfit: Cherry blossom & swapped pullover

Und jetzt gibt’s direkt noch ein Outfit mit meinem frisch ertauschten Pullover.
Langsam wird’s mit ihm wegen des hohen Kaschmir-Anteils draußen schon zu warm, aber für kühle Sommernächte und die nächste kalte Jahreszeit ist er perfekt:

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OUTFIT DETAILS:

Sonnenbrille: alt, Fast Fashion // Slow Fashion Varianten hier & hier
Pullover: ertauscht // Slow Fashion Variante hier
Blazer: alt, Fast Fashion // Slow Fashion Variante hier
Jeans: alt, Fast Fashion // Slow Fashion Variante hiersymbolsmall & hiersymbolsmall
Tasche und Gürtel: Vintage
Schuhe: Alte Schuhe von meiner Mutter :) // Slow Fashion Variante hier (Leder) und hier (vegan)

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