Secondhand

Business as casual / What 2 buy Secondhand

– Werbung, da ich unter anderem auch ein PR Sample vorstelle –

Secondhand Mode: What to buy Secondhand / Vintage – auf Slow Fashion Blog sloris

Hej 2018 – hier ist er endlich, der erste Blogpost im neuen Jahr. Ende Februar sind die guten Vorsätze oft schon längst wieder über den Haufen geworfen oder in Vergessenheit geraten. Also nutze ich mal diesen günstigen Zeitpunkt, um euch einen neuen guten Vorsatz vorzuschlagen oder, falls ihr ihn sowieso gehabt haben solltet, euch nett daran zu erinnern: 

Stellt euren Kleiderschrank doch mal auf ein wenig nachhaltiger um!

Während ich euch Anfang letzten Jahres dazu animiert habe, 2017 mit nem Fair Fashion Basic zu starten, soll es heute um einen anderen Teil von “Slow Fashion” gehen: Second Hand Kleidung! Denn ein respektvoller Umgang mit den Ressourcen unseres schönen Planeten ist auch ziemlich sexy. Heißt: einfach mal abchecken, welche schnieken Teile bereits produziert und von anderen Menschen abserviert wurden, aber möglicherweise deine nächste große Kleider-Liebe sein könnten, hilft ungemein.

Secondhand Mode: What to buy Secondhand / Vintage – auf Slow Fashion Blog sloris

Jedes Jahr werden allein in Deutschland nach Angaben von FairWertung rund eine Million Tonnen Altkleider aussortiert – mit all diesen Kleidern ließen sich 62.000 LKW füllen.*
Gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass zwischen all den Sachen auch etwas für dich dabei ist, oder? Glücklicherweise musst du dich nicht selbst durch die Klamotten-Masse wühlen, sondern kannst ganz entspannt im Secondhand Shop um die Ecke oder online durch die vorselektierten Stücke stöbern und richtige Schnäppchen entdecken. Klingt für den (Neu-) Anfang ganz okay? Dann verrate ich euch mal, welche Teile man meiner Meinung und Erfahrung nach besonders gut Second Hand findet.

Secondhand Mode: What to buy Secondhand / Vintage – auf Slow Fashion Blog sloris

Der Blazer

Da Blazer oft die meiste Zeit im Schrank rumhängen und eher selten getragen werden, bis man sie schließlich weggibt, sind sie häufig noch super in Schuss und relativ einfach Second Hand zu finden.
Was gibt’s? Vor allem Karo-Muster, Uni-Teile und wilde, bunte (Blumen-) Prints. Wer nach nem Oversized-Teil sucht, schaut unbedingt auch mal in der Herren-Abteilung vorbei.
Pimp den Style: Mit ner Brosche am Revers lassen sich schlichte Blazer aufhübschen; mit modernen, grafischen Pins kann man selbst Blazer aus vergangenen Jahrzehnten ins Jahr 2018 holen. Die Knöpfe gefallen nicht? Sind in kurzer Zeit ausgetauscht und können das Teil fix zu etwas Besonderem machen. Und auch Schulterpolster kann man meist ganz schnell und einfach heraustrennen. Krempel it: Blazer haben oft ein fancy Innenfutter – ob seidiger Stoff, knallige Farbe oder wildes Muster – auch hochgekrempelte Ärmel können einem Look das gewisse Etwas geben.

Meinen Blazer hab ich übrigens bei  Onimossymbolsmall entdeckt (PR – Sample). Mit dem Code sloris10 gibt es 10% auf den gesamten Einkauf ! Gültig bis zum 10. März.

Der Lederrock

Leder ist ein langlebiges, robustes Material – die Produktion allerdings immer eine Katastrophe für Tiere, bei konventionellem Leder auch für Menschen und Umwelt. Und jetzt? Klar, einfach auf die Lederröcke, die es schon gibt, zurückgreifen. Klar, es gab alles schon: Glattleder, Wildleder, Kurz, lang, eng, A-Linie, Schwarz, Camel, Dunkelgrün, Lila, Pink. Mit Fransen. Mit Nieten. Kannst du dir nicht vorstellen? Dann schau zum Beispiel mal hier.
Was gibt’s? Vor allem schwarze und braune / camelfarbene Glattleder-Röcke lassen sich sehr einfach finden. Wer etwas Spezielles sucht, braucht ein wenig Glück oder sucht direkt online.
Pimp den Style: Zwei von Drei meiner Secondhand und Vintage Lederröcke sind aus einem Londoner Store – und wurden wahrscheinlich von dem Store selbst gekürzt – und zwar einfach unten abgeschnitten. Da Leder nicht auftrennen kann, ist das so gut wie idiotensicher. Wer’s noch etwas schöner machen will, klebt den Saum mit Lederkleber um (hier hab ich zum Beispiel ne kurze Anleitung gefunden). Der Rock, den ich auf den Bildern trage, ist von Wini Vintage in Amsterdam und hat um die 50€ gekostet. Die Röcke in London, z.B. der hier, ca 20€.

Der Plisseerock

Ein Modeklassiker, der lange als etwas spießig galt, aber mittlerweile gern gesehener Gast in unserer Garderobe ist. Die Faltenröcke gibt’s in Maxi, Midi und Mini, Unifarben, mit Polka Dots oder Blumenmuster. In so gut wie jedem Secondhandladen. Für meinen Lieblingsrock hab ich gerade mal 3€ bezahlt; für diesen hier auch.
Was gibt’s? Eine Riesenauswahl, mit Glück zu Super-Schnäppchen-Preisen. Ich habe bisher nie mehr als 12€ ausgegeben.
Pimp den Style: Den Gummibund im Plisseerock kann man unkompliziert austauschen oder enger machen, falls der Rock zu weit sein sollte. Wer selbst dafür zu faul ist, kann auch einfach einen Gürtel drübertragen… ;)

Denim, Denim, Denim

Jeans-Hosen, Jeans-Jacken, Jeans-Overalls, Jeans-Kleider, Jeans-Hemden… Es gab alles schon einmal, in so gut wie jeder Waschung und jedem Style. Denim kann man also richtig einfach secondhand finden.
Was gibt’s? So gut wie alles und noch viel mehr.
Pimp den Style: Wie gut man Jeansjacken mit ein paar Bügelbildern, Farbe, Nieten und ner Schere individualisieren kann, brauche ich euch wohl nicht zu erzählen. Das gilt auch für alles andere aus Denim. Aktuelles Beispiel: abgetrennter Saum, Vokuhila-Jeans und der “Flanking” – Trend: Alles ganz einfach mit Secondhand Jeans und Schere machbar (Obwohl umkrempeln die wohl nachhaltigere Variante wäre; denn der nächste Trend kommt bestimmt…)!

Kimonos

Schon länger trending: Kimonos! Auch hier gibt’s jede Menge Auswahl in der Secondhand-Welt. Ich bin bereits schwach geworden und durfte mir bei Onimossymbolsmall  einen aussuchen– dort gibt’s schöne Kimonos für einen schmalen Taler. Wer eher auf Upcycling steht, schaut bei Sissel Edelbo und Cornelia Sun vorbei.
Was gibt’s? Kimonos habe ich zwar auch schon oft in Offline-Stores entdeckt – vor allem wer in kleineren Städten wohnt, schaut aber direkt online nach einem schönen Exemplar.
Pimp den Style: Kimonos gehen und passen immer. Da gibt’s nichts zu pimpen…

College-Jacken, Band-Shirts, Trainingsjacken, 90s Trash

Brandneue Fast Fashion Bandshirts, College- oder Trainingsjacken, die auf alt gemacht sind, Mickey Mouse Shirts oder Bauchtaschen: Versteh ich nicht. Wieso kauft man nicht einfach die wirklich alten Sachen?
Was gibt’s? Alles, was es jemals gab.
Pimp den Style: Alles sieht besser aus ohne Buffalos!

Viel Spaß und Happy New Old Year mit euren neuen, alten Sachen!
Und nun möchte ich von euch wissen: Was kauft ihr besonders gerne Secondhand? Habt ihr noch ein paar Geheimtipps auf Lager?

Eine Auflistung meiner liebsten Vintage- und Secondhandshops findet ihr übrigens hier. Einfach runterscrollen bis zu dem Punkt “Vintage – und Secondhand”.

Vielen Dank an Onimossymbolsmall für die schnieken Sachen. Bald zeig ich euch auch den Kimono – versprochen!
xxx
Wiebke

Secondhand Mode: What to buy Secondhand / Vintage – auf Slow Fashion Blog sloris

* Das sind viel mehr Kleider als soziale Einrichtungen benötigen (siehe hier). Daher landet ein großer Teil dieser Altkleider in Secondhand-Läden in Deutschland und Westeuropa, aber auch in Osteuropa und Afrika (Infos siehe hier). Auf diese Thematik werde ich in einem der nächsten Blogposts noch einmal genauer eingehen!

Black and Grey / Slow Fashion Outfit

Wahnsinn – heute ist es tatsächlich schon wieder soweit:
Der erste Advent kann gefeiert werden.

Bald geht’s los mit den Adventskalendern und in vier Tagen beginnt aus meteorologischer Sicht schon der Winter.
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Die Temperaturen machen sich bei mir auch relativ schnell im Kleiderschrank bemerkbar: Während ich im Sommer und Frühling gerne mal ein wenig Farbe getragen habe, sinkt mit den Temperaturen auch mein persönliches Kleidungs-Farb-Spektrum rapide in den Keller.

Schwarz, Grau und hin und wieder Weiß sind im Winter meine liebsten Begleiter.

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Heute möchte ich euch das neuste Mitglied in meiner Nicht-Farb-Familie vorstellen: Den Schal von Frida Feeling. Er hat ein ganz feines Fischgrätenmuster und ist aus 100% Wolle. Der weiche Kuschel ist in verschiedenen Grau-Nuancen gestreift und unter fairen Bedingungen in Nepal handgemacht.

Was ich besonders gut finde? Dass es sich bei der Produktionsstätte um einen kleinen Betrieb handelt, der von einer Frau geleitet wird.

Hissi Dongala Sherpa leitet das Unternehmen “Sunny Pashmina” und ist ein echter #girlboss. Gegründet hat sie das Unternehmen im Jahr 1996 gemeinsam mit ihrem Mann, der 2001 verstarb.
Hissi gab nicht auf, sondern führte das Unternehmen weiter und ist sehr stolz darauf, dass sie anderen Menschen einen Arbeitsplatz bieten kann.

An 2 großen Webstühlen werden in dem Unternehmen in Kathmandu am Tag 10 Schals hergestellt; für einen farbigen, gemusterten Schal rechnet man mit 3 bis 4 Stunden Herstellungszeit.

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Durch Geschichten wie diese bekommt Kleidung für mich auf gewisse Art und Weise sofort noch viel mehr Wert: Ein Mensch am anderen Ende der Welt hat 3-4 Stunden Handarbeit in meinen Schal gesteckt. Und wurde auch noch fair dafür bezahlt.
Das ist dem Unternehmen überaus wichtig: Frida Feeling arbeitet mit Produzenten aus schwach entwickelten Ländern zusammen und gibt ihnen so einen Zugang zum deutschen Markt.

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Obwohl sich nach dem schweren Erdbeben in Nepal schon manches wieder normalisiert hat, so scheint es, dass “das Grundvertrauen in die Zukunft” bei einigen Menschen verloren gegangen ist, so heißt es im Frida Feeling Katalog.

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Umso wichtiger ist die enge Zusammenarbeit mit den Partnern vor Ort, die dazu beitragen, dass benachteiligte Handwerker durch die faire Vermarktung ihrer Produkte ein würdiges Einkommen erhalten.

Beide Daumen hoch für Unternehmen wie Frida Feeling, die sich nicht abschrecken lassen von unvorhersehbaren Turbulenzen (die Lieferungen hingen teilweise tagelang im Zoll, aufgrund der Benzinknappheit wurden Flüge gestrichen, sodass Sendungen nicht rausgehen konnten etc…) , an den Beziehungen zu Nepal festhalten und helfen, die Welt zu einem etwas besseren Ort zu machen. Klingt kitschig, ist aber so. Das wird man ja wohl auch mal sagen dürfen… ;)

Vielen Dank an das liebe Frida Feeling Team für den kuschligen Schal und eure schöne Geschichte!

OUTFIT DETAILS:

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Schal: Von Frida Feeling.
Der Schal in grau ist bald wieder auf Lager,
hier geht’s zum gleichen in Beige!
Aus 100% Wolle, unter fairen Bedingungen in Nepal hergestellt. SOCIAL/39,90€*

Mantel: Secondhand. ECO/*7€*

Shirt: Von Funktionschnitt.
Unter fairen Bedingungen hergestellt in Portugal, aus Tencel und Baumwolle (noch keine Biobaumwolle, sie arbeiten aber dran…) VEGAN/ECO/SOCIAL/*55€*

Leggings: Secondhand von Pick & Weight.
(aus Hamburg, gibt’s aber auch in Berlin und München) VEGAN/ECO/*4,20€*

Sonnenbrille: Von Dick Moby
(aus einer älteren Kollektion, fair hergestellt in Italien und aus Bio Acetat) VEGAN/ECO/SOCIAL/*neue Modelle zwischen 165€ und 179€*

Tasche: Vintage von Mankii Vintage (Berlin). ECO/*ca.50€*

Boots: „Colt Boots“ von Acne Studios.
Gibt’s grad so nicht mehr, aber mit etwas weniger Absatz hiersymbolsmall oder hiersymbolsmall die Pistol Boots. Fair hergestellt in Italien. Acne ist Mitglied der FWF. SOCIAL/*430€*

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Gute Gründe für Vintage Fashion

Okay, ein seichter Übergang sieht anders aus – spazierte ich im letzten Outfitpost noch im Sommerkleidchen durch Planten un Blomen, kriegt man mich nun nicht mehr ohne dicken Mantel und Schal aus dem Haus.

(Auch wenn das an manchen Tagen dann doch noch zu warm ist…)

Aber auch das hat seine Vorteile – denn „endlich“ ist es wieder kalt genug, um euch meinen bereits im letzten Jahr gekauften Vintage Wintermantel zu zeigen– mit einem Outfit mit relativ hohem Vintage- Anteil!

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Am allerletzten Tag unseres New York Urlaubs sind wir noch einmal durch „unser“ Viertel (Nolita) spaziert und haben uns schon langsam auf’s Abschied-Nehmen mit dieser tollen Stadt eingestellt. 3 Stunden vor unserem Abflug haben wir dann noch den kleinen, süßen Vintage-Store Ritual Vintage entdeckt, in dem der schöne Vintage Mantel auf mich gewartet hat!

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Das Ding ist aus 100% purer Wolle und von Bonwit Teller New York. Der Name hat mir zunächst überhaupt nichts gesagt – aber bei einer kurzen Wikipedia-Befragung habe ich herausgefunden, dass der auf High-end Frauenbekleidung spezialisierte Store im Jahr 1885 an der Sixth Avenue und der 18th Street in New York eröffnet wurde – und 1989 (in meinem Geburtsjahr!) bankrupt ging. Was für eine Geschichte!

Während einige Leute mit so alter Kleidung mal so überhaupt nichts anfangen können, begeistere ich mich immer wieder aufs Neue für Vintage-Kleidung.

Vielleicht liegt es an meiner blühenden Fantasie, mit der ich mir immer wieder vorstelle, wo und wie die Klamotten wohl in ihren „ersten Leben“ gelebt haben, wie viel sie von der Welt gesehen oder in wie vielen Schränken sie schon geschlafen haben.

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Für den „alten Fummel“ habe ich fast 300 Dollar ausgegeben – obwohl ich für das Geld auch fast schon einen neuen Mantel aus mulesing-freier Wolle und fairer Herstellung (wie z.B. diesen hier von Lanius) hätte bekommen können.

Auch das kann nicht jeder so gut nachvollziehen. 

Warum sollte man ein so altes, bereits von anderen, fremden Menschen getragenes Teil einem neuen vorziehen? Meine persönlichen Gründe:

Einzigartigkeit:

Wir alle streben bis zu einem gewissen Grad nach Individualität, sehen am Ende des Tages aber dann doch alle ziemlich gleich aus. Vintage-Stücke haben schon das ein oder andere Jahrzehnt auf dem Buckel und sind dementsprechend nicht mehr allzu oft zu haben. Ein Teil mit Einzelstück-Charakter zu besitzen, das nicht in jedem Schrank (auch nicht in jedem Fair Fashion Schrank) hängt, sorgt für ein schönes Gefühl, dass der Fast Fashion-Massenware auf elegante Art und Weise den Mittelfinger zeigt. Es geht also oft nicht darum, dass man sich neue Ware nicht leisten kann – sondern um die Gewissheit, ein seltenes Stück sein Eigen nennen zu können, das so einfach niemand nachkaufen kann.

Vielfältigkeit:

Modetrends ändern sich ständig – in guten Vintage Stores gibt’s aber Stücke aus vielen verschiedenen Epochen, nicht nur aus denen, die gerade angesagt sind. So findet man oft Teile, die gerade zwar nicht auf jedem Magazin-Cover zu sehen sind, die die eigene Garderobe aber trotzdem wunderbar ergänzen und, kombiniert zu modernen Stücken, ein schönes Statement setzen.
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Geschichte(n) tragen:

Wie oben schon erwähnt liebe ich es, nachzuforschen, von welchem Label die Vintage-Teile sind und wie viele Jährchen sie schon auf dem Buckel haben. Ein Teil mit Charakter zu tragen, das schon länger lebt als ich selbst und womöglich schon mehr Leute getroffen, Länder gesehen, Dinge erlebt hat als ich, fasziniert mich. Und gibt mir den Ansporn, meine Kleidung gut zu hegen und pflegen, so dass sie auch in ein paar Jahrzehnten noch so super in Schuss sind und einmal jemanden so viel Freude bringen wie mir meine jetzigen Vintage-Fünde.

Nachhaltigkeit:

Tzzzz – selbstverständlich ist auch das Thema Nachhaltigkeit ein Grund, warum ich gerne Vintage-Teile trage. Ist ja schließlich ein Slow Fashion Blog hier. Vintage-Teile haben schon einige Jahre überlebt und werden es auch noch viele weitere tun. Sind also super langlebig unterwegs. Diese Langlebigkeit bringt uns aber natürlich auch nur was, wenn der Kram auch geliebt und getragen wird – wenn die gut erhaltenen Sachen bei Oma im Schrank versauern und die Enkelin sich gerade ein Fast Fashion Lookalike-Blüschen ershoppt, ist das ein Worst Case Szenario. Denn Sachen, die schon da sind, sollten möglichst erstmal aufgebraucht werden. Vor allem, wenn’s sie ja genau so schon gibt. Deshalb sind Vintage Stores so toll und wichtig. Gut erhaltene Dinge mit Liebe tragen, so lange wie es nur geht – sie weitergeben und weiter leben lassen. Der ganze Gedanke von Vintage ist sozusagen ein Gegen-Konzept zur Wegwerfmentalität. Und jedes Teil, das weniger neu produziert wird, bedeutet eine Belastung weniger für die Umwelt. Nice. Oder?

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Qualität:

Den Punkt könnte man nun mit dem der Nachhaltigkeit verbinden, und doch denke ich, dass er einen eigenen verdient hat. Klar, wenn Dinge qualitativ hochwertig sind, leben sie länger und das ist nachhaltig. Doch man hat auch viel mehr Freude mit qualitativ hochwertigen Stücken. Bei älteren Vintage Teilen kann man sich fast immer sicher sein, dass die Stücke nicht unter katastrophalen Bedingungen in Asien, Indien oder sonstwo hergestellt wurden. Bis zu den 1960er Jahren wurden die meisten Textilien noch in europäischen Traditions-Unternehmen gefertigtin früheren Epochen wurde Kleidung noch länger als eine Saison getragen, nicht zum Wegwerfen produziert und somit wurde allgemein auch bei der Verarbeitung viel mehr Wert auf Qualität gesetzt. Anstatt dem heutigen „mehr, mehr, mehr“ ging Qualität vor Quantität. Das merkt man den Teilen auch heute noch an und oft gilt: je älter, desto hochwertiger. In den meisten Stücken steht noch drin, wo die Sachen produziert wurden. In einem meiner Pullover stand zum Beispiel mal „Made in Western Germany“ – womit wir schon wieder fast beim „Geschichte(n) tragen – Punkt wären…

Originals first:

Modetrends wiederholen sich alle paar Jahrzehnte. Warum sollte man also beispielsweise nicht eine original Schlaghose / „Flared Jeans“ aus den 70ern tragen sondern eine billige Kopie vom Textilschweden? Wenn’s der gleiche Style ist, fährt man mit den Original-Teilen doch noch viel besser.

Spaß:

Vintage Shopping macht einfach nur Spaß. Während ich mich in einigen Boutiquen und Läden oft beobachtet und vor allem manchmal auch ein bisschen schlecht fühle, wenn ich nichts anprobiere oder mitnehme (Jaja, totaler Quatsch, ich weiß…), geht’s mir da bei Vintage Stores total anders. Egal wo in Deutschland (oder auf der Welt) man ist – oft kommt man in’s Gespräch mit Verkäufern oder anderen Käufern, tauscht gegenseitig Tipps aus und ist irgendwie durch die Liebe zum Vintage Shopping miteinander verbunden.

Selbst wenn man trölf Milliarden Klamotten anprobiert und am Ende einfach nichts gefällt oder passt, ist es nie unangenehm – handelt es sich doch immer um Einzelstücke und auch einzelne Größen, die dann einfach Glücksmäßig zu dir kommen wollen müssen.

Es ist oft ein gemütlicheres Shoppen und jeder Besuch eines Vintage Stores eine kleine Reise durch die Geschichte. Egal ob Freunde, Familie oder Partner – bei Städte-Trips ist die Bereitschaft, mit mir in den hundertsten (naja, sagen wir elften) Vintage Store zu laufen, um einiges höher, als nochmal einen Fuß in ein normales Geschäft zu setzen – einfach, weil der Fun-Faktor für alle Beteiligten höher ist und man, selbst wenn man gar nicht fündig wird, trotzdem meist einen Über-Kracher von der Stange hochhält und loskichert, die Mama sich an alte Zeiten erinnert oder der Anblick von alten Buffalos einem selbst die (Un)Endlichkeit von Modetrends und den Dehnbaren Begriff von „Mode-Geschmack“ vor Augen führt.
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Haut rein:

Die Haut ist unser größtes Organ – und doch lassen wir ganz schön viel Quatsch an sie heran. Brandneue Klamotten landen zum Beispiel oft direkt von der Stange am Körper. (Ein Drittel aller Chemikalien weltweit endet in der Kleidung!) Dabei können sich zum Beispiel durch Schwitzen beim Tragen die Schadstoffe aus der Kleidung lösen und auf die Haut oder in den Körper gelangen und zu allergischen Reaktionen führen (mehr dazu hier).

Das gilt nicht nur für Teile, auf der „vorm ersten Tragen waschen“ steht. Kinderkleidung sollte man übrigens vorm ersten Tragen möglichst mehr als einmal waschen.

Enough Bad News – Vintage-Stücke dürften jedem Toxikologen ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, da aus ihnen auf jeden Fall bereits jeder böse Schadstoff und jede noch so fiese Chemikalie herausgespült worden ist!

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Schatzsuchen-Spirit:

Die Sache ist ja die: Manche mögen ihr Essen auf dem Silbertablett serviert, andere gehen lieber erstmal Pilze im Wald suchen. Während ich mich beim Essen immer für’s Silbertablett entscheiden würde, (2017 wird alles anders, I promise…) kommt die Sammlerin und Jägerin bei mir in Punkto Vintage Sachen raus. Klar liebe ich gut sortierte und geschmackvolle Vintage-Läden. Und verstehe auch, dass die Sachen in den Läden ihren Preis haben. Doch genauso liebe ich auch die etwas chaotischen, nicht wirklich schicken Second-Hand Stores (am besten in der Kleinstadt), in denen es, zugegebenermaßen oft zwischen einigem eher unsexy Zeug, noch richtige Vintage Schätzchen zu finden gibt! Zu Preisen, von denen man in der Großstadt wirklich nur träumen kann.

Hä? Gibt’s da einen Unterschied zwischen Second Hand und Vintage?

Yes! Den gibt’s! Doch was ist eigentlich genau der Unterschied zwischen Second Hand und Vintage? Die Begriffe werden oft wild durcheinander gewürfelt, um Teile, die „preloved“, also bereits von einem Vorgänger mit Liebe getragen, wurden, zu beschreiben.

ZUM BEGRIFF VINTAGE:

Das Wort “Vintage” bezeichnet in der Weinkunde den Jahrgang oder die Lese eines Weines – und – davon abgeleitet – einen besonders guten Jahrgang bzw. einen besonders erlesenen Wein. Von diesem Begriff leitet sich vermutlich auch die Verwendung des Wortes in der Mode ab, denn je älter und seltener ein Wein, desto wertvoller ist er.

Übersetzt wird das Wort „Vintage“ mit „alt (modisch)“, „klassisch“, „erlesen“, „Jahrgang“ oder „selten“. Kleidung wird als Vintage bezeichnet, wenn sie Indikatoren für eine bestimmte Zeit, ein Jahrhundert oder kulturelle Ereignisse sind und somit für eine bestimmte Epoche „stehen“. Wenn von Vintage Kleidung die Rede ist, geht es meistens um Kleidung, die aus den Jahren zwischen 1930 und 1970/1980 stammt und oftmals Designerware ist oder die zumindest eine gewisse Wertigkeit vorzuweisen hat (Alles was vor 1920 entstanden ist, gilt übrigens eher als „antik“). So etwas wie einen geschützten Begriff für „Vintage“ gibt es allerdings nicht, weshalb Leute den Begriff gern ausdehnen oder für völlig andere Zwecke nutzen. Auch in der Interior-Szene werden auf alt gemachte Möbel gerne als Verkaufsargument mit „Vintage“ betitelt, um mehr Kohle rausschlagen zu können.

ZUM BEGRIFF SECOND HAND:

„Second Hand“ bezeichnet ganz einfach, wie der Name schon sagt, ein Teil, das schon einen Vorbesitzer hatte und von diesem in die „zweite Hand“ gegeben wird. Egal, ob aus den 50ern oder von vorgestern – das Stück wurde schon einmal getragen  und ist demnach ein „Second Hand“ Teil. Wenn es sich bei diesem Kleidungsstück nun auch noch um ein hochwertiges Designer-Piece handelt, ist es nicht nur als Second Hand, sondern auch als Vintage Teil zu bezeichnen. Handelt es sich um ein Pailetten-Kleid aus der vorletzten Saison vom Fast Fashion Moderiesen, hat das nichts mit dem eigentlichen Begriff von „Vintage“ zu tun.

So. Ich hoffe, dass ich ein wenig Licht ins manchmal dunkle Vintage-Versum bringen konnte!

Hier geht’s erstmal zu den

VINTAGE OUTFIT DETAILS:
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Mantel: Vintage, von Ritual Vintage (aus New York) ECO/*ca. 250€*

Pullover und Jeans: Vintage, von Mankii Vintage (aus Berlin) ECO/*shame on me, ich hab die Preise vergessen. Beides jeweils zwischen 40 und 60€*

Schal: Unisex, von Frida Feeling. 60% Baumwolle, 40% Viskose. Fair hergestellt in Nepal. VEGAN/SOCIAL/*19,90€*

Sonnenbrille: Von Dick Moby (schon aus einer älteren Kollektion, fair hergestellt in Italien und aus Bio Acetat) VEGAN/ECO/SOCIAL/*neue Modelle zwischen 165€ und 179€*

Tasche: Von Beliya Bags (schon aus einer älteren Kollektion, fair hergestellt in Europa und aus Leder-Restbeständern) ECO/SOCIAL/*ähnliche Modelle zwischen 149 und 299€*

Ring: Von Folkdays, aus alten Bombenhülsen des Kambodschanischen Bürgerkriegs. Fair hergestellt in Kambodscha. VEGAN/ECO/SOCIAL/*45€*

Schuhe: Von Onegroundfootwear, fair hergestellt in Spanien. SOCIAL*ca. 203€*

 

Mehr Vintage/Second Hand Looks von mir:
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Und für noch mehr Vintage und Second Hand Fashion- Inspirationen solltet ihr unbedingt diese Blogs auschecken, die des öfteren über Vintage-Lieblinge schreiben…

At/Least // Jäckle und Hösle  // Kim goes Öko // Kunstkinder Mag // Made of Stil // Heylilahey // What Pixies Wear

… aber auch die anderen Supergirls vom FairFashionSquad haben hin und wieder wundervolle Vintage-Schätzchen am Start.
So stay tuned, slow down and fashion up.

xxx

Wiebke

 

Hip Jeans don’t wear leather Patches / Outfit

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Kinder, wie die Zeit doch vergeht! Hier habe ich euch noch meine erste Jeans aus Organic Cotton und aus fairer Produktion präsentiert – und rumgenölt, dass sie ein Lederpatch hat und es ja soo schwierig ist, eine passende, nachhaltige Jeans zu finden. Und ZACK – hat sich die Armedangels-Jeans gleich mal zur Nudie Jeans in den Schrank gesellt. Ohne Lederpatch und passt fast perfekt (wenn ich sie drei Mal umkrempel hat sie die Länge, die sie am Model hat! Haha :D)
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Bin nun gespannt, wie sie sich nach dem Waschen schlägt. Auf Instagram habe ich ein paar Kommentare zu den Jeans gelesen, die sagen, dass die Hosen mit Elasthan-Anteil sehr fix nachgeben, (Die Tilly Cropped besteht aus 96.4% Organic Cotton und 3.6% Elasthan) und man sie dann nur noch mit einem Gürtel tragen kann… Oh no!
Hatte sie nun allerdings einige Male an und ich brauch noch keinen Gürtel (na hoffentlich liegt’s nicht nur am Osterspeck ;)) Bisher also rundum zufrieden mit dem neuen Stück.
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Zur Jeans trage ich fast nur Secondhand Sachen: Pullover, Bluse und Mantel sind Schnäppchen aus heimatlichen Secondhandläden. Auch Sonnenbrille, Tasche und Schuhe kennt ihr vielleicht schon aus vorherigen Posts (sind aber unten noch einmal verlinkt). Nur der Nagellack ist auch ein Neuzugang: “Potiche” von Intensae (Die bauen leider grade ihre Seite um; hier sieht man die Farbe etwas besser).
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  • Jeans von armedangels. 96.4% Organic Cotton, 3.6% Elasthan, Metallknöpfe. Fair hergestellt in der Türkei. GOTS zertifiziert.VEGAN/ECO/SOCIAL/*99,90€*
  • Dick Moby Sonnenbrille aus Bio Acetat (biologisch abbaubar). Fair in Italien hergestellt. Andere Modelle von Dick Moby gibt’s übrigens auch im gloresymbolsmall Onlineshop.
  • City Bag von Denise Roobol. Vegan und hergestellt in einem kleinen Atelier in Hongkong.
  • Sneaker von Onegroundfootwear. Hergestellt in Spanien.
  • Nagellack “Potiche” von Intensae.

Bye Bye, Sommer / Outfit

Okay Sommer. Du haust jetzt ab, das hab’ ich schon verstanden. So richtig eilig scheinst du es aber damit auch nicht zu haben – schließlich kommt die Sonne immer wieder raus, im 5-Minuten-Takt, so dass ich jeden Morgen etwas ratlos vorm Kleiderschrank stehe.

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Von der Midi-Rock / T-Shirt -Kombi muss ich mich für dieses Jahr aber leider wohl langsam verabschieden, wollte euch aber meinen Lieblingsrock nicht vorenthalten, von dem ich hier bereits erzählt und den ich vor kurzem auch bei LesMads als mein Lieblingskleidungsstück vorgestellt habe.

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Sonnenbrille: Dick Moby
T-Shirt: People Tree, ein ähnliches gibt’s hiersymbolsmall
Rock: secondhand, einen ähnlichen gibt’s hier
Schuhe: Vejasymbolsmall

Blue sky, blue skirt / Outfit

Juhuuu- ich freu mich immer noch wie ein kleines Kind über jeden sonnigen Tag in Hamburg.

Wer mir auf Instagram folgt, weiß bereits von meinem Einkauf bei Pick & Weight Bescheid. Heute kommt endlich das erste Outfit mit einem Teil aus dem hamburger Secondhandladen: Der blaue Midi-Rock.

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Bei Pick & Weight wird, wie der Name schon sagt, der Einkauf nach Kilo bezahlt. Es gibt in dem Laden 3 Preiskategorien: 20€ pro Kilo, 30€ pro Kilo und 40€ pro Kilo. Die Sachen sind dementsprechend mit einer Farbe gekennzeichnet, so dass man ganz easy erkennen kann, zu welcher Kategorie ein Stück gehört. Wer sich nicht an der Kasse mit den Preisen überraschen lassen will, wiegt schon einmal an der Testwaage (einfach vorm Wiegen auf den Knopf mit der richtigen Farbe klicken) und überlegt sich dann, welche Teile mit nach Hause kommen sollen.

Bis zum letzten Jahr besaß ich keinen einzigen langen Rock, weil ich mich immer zu klein dafür gefühlt habe. Und es stimmt ja auch: kürzere Röcke machen längere Beine.

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Doch dann landete ich einen Glücksgriff in einem Secondhandladen in der Nähe meiner Heimatstadt: ein superschöner, roter, langer Rock. Für 3€ war er meiner und ich habe ihn den Sommer über sehr sehr sehr oft getragen.

Umso toller, dass ich mir nun noch ein Exemplar in dunkelblau geschnappt habe, dass ich mit Sicherheit genauso lieben werde. Trotz meiner 1,60. Ich finds gar nicht soo schlimm – selbst mit flachen Schuhen. Und so ein Rock ist einfach ein absolutes Wohlfühlteil!

Das erste Mal ausgeführt habe ich ihn mit einem Crop Top von American Apparel (immerhin zumindest angeblich noch Sweatshopfree hergestellt, 32€) , Slip-Ons von Ahimsa (VEGAN/ECO/SOCIAL,79€) und meiner Beliyatasche (ECO/SOCIAL,299€). Mein neuer ständiger Begleiter, die Dick Moby Sonnenbrille (VEGAN/ECO/SOCIAL,139€) war natürlich auch am Start.

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Der Rock besteht übrigens aus 100% Polyester, was nicht unbedingt zu meinen Lieblingsstoffen gehört – er fühlt sich aber auch nicht so unangenehm Plastik-mäßig an, eher nach Baumwolle – und man schwitzt auch nicht in ihm. Sehr gut erhalten ist er auch noch und für 10,40€ zwar kein mega-Schnäppchen wie der rote Rock, (bald zieh ich ihn an und dann folgen Fotos!) aber mit Großstadt- Aufschlag immer noch ein guter Fang, wie ich finde. Jetzt müssen nur noch viele sonnige Tage kommen, um das neue Lieblingsstück auch ausführen zu können :)

#tauschdichaus Hamburg: so war’s!

Obwohl ich mich ja nun schon über 2 Jahre mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Mode beschäftige, war ich am Samstag das erste Mal auf einer Kleidertauschparty.

Greenpeace lud zur #Tauschdichaus -Party ins Haus 73 auf der hamburger Sternschanze ein – das durften eine Freundin und ich uns selbstverständlich nicht entgehen lassen. Von 12 bis 17 Uhr konnten tauschfreudige Besucher ihre alten Schrankhüter gegen neue Lieblingsteile wechseln.

Im Haus 73 angekommen bekam man eine kurze Info und einen Zettel, auf den man zu mindestens einem mitgebrachten Teil, mit dem man etwas bestimmtes verbindet oder mal verbunden hat, diese persönliche Geschichte aufschreiben konnte. Die Greenpeace Mitarbeiter erhofften sich durch die kleinen Nachrichten, dass die neuen Besitzer das frisch getauschte Kleidungsstück so noch lieber mögen und somit auch länger tragen würden.

Wir schrieben unsere Geschichten auf die Etiketten, knoteten sie an die Teile und schon standen wir am Empfang, bei dem wir unkompliziert unsere nicht mehr gebrauchten Sachen abgeben konnten. „Legt einfach alles auf dem Tisch hier ab – Danke!“ Meinten die trotz des Gewusels tiefenentspannten Mädels in ihren knallgrünen Shirts.
Obwohl man eigentlich nur 1-10 Teile abgeben sollte, habe ich kleiner Rebell ganze 14 Sachen abgegeben. Pssssst! ;)
Die abgegebenen Sachen wurden nun von den fleißigen Greenpeace Mitarbeitern auf Bügel gehängt und zu Kleiderstangen getragen, gefaltet und geordnet zu den passenden Tischen gebracht.
Zunächst stöberten wir etwas planlos durch die Gänge und durchsuchten die Stände nach potentiellen neuen Lieblingsstücken. Nach der ersten gedrehten Runde waren wir beide ein wenig enttäuscht: Nicht viel in meiner Größe, nicht viel in unseren Farben bzw. in Stoffen, die gut einzufärben wären. Ein paar Dinge hatten wir zwar trotzdem in den Händen, aber nichts, das wirklich unsere Begeisterung geweckt hätte. Etwas ernüchtert setzten wir uns auf zwei Barhocker, die recht vorne am Empfang standen.

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Wir beobachteten das wilde Treiben – bis einige neue Besucherinnen und damit auch ein ganzer Schwung neuer Klamotten dazukamen. Da wir ganz vorne standen und bereits beobachten konnten, welche Teile nun neu „ins Sortiment“ wanderten, stachen uns einige Sachen sofort ins Auge, die wir uns direkt von den Greenpeace Mitarbeitern geben lassen konnten.
Als wir nun beide das Gefühl hatten, ein paar neue Lieblingsstücke entdeckt zu haben und bereits zufrieden mit der Ausbeute waren, entschied sich in just diesem Moment die Welt dazu, unterzugehen. Es fing an zu Blitzen und Donnern und der Regen wollte nicht aufhören.

„Sollen wir die Sachen dann mal anprobieren gehen?“ fragte meine Freundin. Darüber hatten wir vorher überhaupt nicht nachgedacht – schließlich hatten wir beide noch weniger als 10 Teile auf dem Arm, so dass wir einfach alle hätten einstecken und mitnehmen können.
Doch da wir nun wirklich noch nicht nach Hause gehen wollten, gingen wir in den Bereich, der zum Anprobieren vorgesehen war: eine Ecke, in der mehrere Spiegel und ein paar Stühle zur Klamotten-Ablage platziert waren. Beim Anprobieren sortierten wir noch einmal einige Stücke aus – zu groß, Schnitt unvorteilhaft, zu kurz, blöder Stoff.
Ich bin wirklich froh, dass wir noch zum Anprobieren geblieben sind – hätten wir das nicht gemacht, wäre ich mit einigen Teilen nach Hause gegangen, die, zu Hause einmal angezogen, direkt wieder in der Flohmarkt-Kiste bei den anderen aussortierten Stücken gelandet wären. So konnte man die Teile direkt vor Ort lassen und den anderen Besucherinnen noch die Chance geben, es für sich zu entdecken.

Mit 4 (ich) und 8 (meine Freundin) Teilen standen wir nach der Umkleiden-Aktion noch einmal kurz in der Nähe des Empfangs, an dem eine Besucherin auf meine Freundin zukam und ihr ein T-Shirt vom Arm riss: „Das hier hätte ich gern wieder. Ich hatte das falsch verstanden. Und die Lederjacke, die dabei war, auch.“ Leider hatten wir von der Lederjacke nichts gesehen – was sie uns zunächst wohl nicht zu glauben schien.
Wir fragten uns: Was war an dem Prinzip nicht zu verstehen? War sie enttäuscht? Das T-Shirt, das sie sich von meiner Freundin zurück geholt hatte, war von H&M. Also nichts sonderlich spezielles. Die Regeln waren auf dem Weg zum 1. Stock sogar noch auf 3 Plakaten erklärt worden. Doch vielleicht zu grob? Hatte sie die Regeln bei Facebook nicht gelesen? Schade, dass es scheinbar trotzdem noch zu Missverständnissen kam. Vielleicht war diese Besucherin bereits auf einigen Tausch-Partys gewesen; meistens werden die Klamotten dann bewertet und je nach Zustand werden Punkte oder Münzen vergeben, die sich dann in neue Lieblingsstücke eintauschen lassen.

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Ich kann zwar keinen Vergleich zu anderen Tauschpartys machen, hier aber trotzdem mein Fazit:

Für mich war es eine gelungene Kleidertauschparty-Premiere. Ich hatte endlich mal wieder einen Grund und eine Deadline, um meinen Schrank auszumisten.
Die Organisation von Greenpeace war wirklich super – es gab Live-Musik von einem DJ, für Kuchen und Getränke war gesorgt und die Mitarbeiter waren gut gelaunt und hilfsbereit.
Das Vorurteil, dass „alle nur ihren Ramsch mitnehmen“ hat sich zwar nicht bestätigt, doch ich muss sagen, dass viele Teile dabei waren, die man unter anderen Bedingungen bereits vorher hätte aussortieren können. So hatte man aber ein noch größeres Erfolgserlebnis, wenn man ein tolles Teil auf einem der Ständer entdeckt hat.

Die übrig gebliebenen Teile wurden übrigens zur Kleiderkammer Wilhelmsburg gebracht. Sie verteilt die Kleidung an bedürftige Menschen in Hamburg gegen Spende; für Obdachlose ist die Kleidung kostenlos.

Während ich zwar einen Plan im Kopf hatte von dem, was ich noch gerne zu meinem Kleiderschrank dazu addieren würde (ein Streifen-Shirt, eine relaxed fit 90s Jeans, einen schlichten, langen schwarzen Cardigan und einen leichten Sommermantel) aber mir diese doch recht speziellen Teile einfach nicht begegnen wollten, hatte meine Freundin durchaus einfachere Wünsche: Crop Tops und Jeans Shorts für den Sommer! Anstatt direkt nach der ersten Crop Top und Shorts-freien Runde verzweifelt das Handtuch zu schmeißen, schauten wir uns die Sachen noch einmal genauer an: Was kann man färben? Abschneiden? Umnähen? Und nach und nach häuften sich die Kleidungsstücke auf ihrem Arm.
Unter anderem erstand sie dieses Kleid im Leo-Print , dessen Schnitt und Passform uns beiden nicht so zusagte. Doch mit dem Gedanken im Kopf „Das kann man unter der Naht super abschneiden! Crop Top, here we go!“ landete es auf dem „Mitnehmen“-Stapel. Und so sah unsere Aktion dann aus:

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Das Kleid war übrigens komplett ungetragen; das Preisschild (Neupreis 9,99€, reduziert auf 5€) war noch dran. Allgemein haben wir hauptsächlich Sachen von Fast Fashion Brands gesehen: H&M, Primark, Zara. Doch meine Freundin hat immerhin ein T-Shirt aus Organic Cotton mitgenommen. Ich musste mich tatsächlich überwinden und habe mir die Frage gestellt, ob ich diese Sachen wirklich mitnehmen will oder sollte. In 2 Sachen habe ich überhaupt nicht gefunden, wo sie hergestellt wurden, ein Teil war Made in China, das andere in Marokko. Ich hatte kurz ein komisches Gefühl im Bauch. Vielleicht, weil es mich an alte Zeiten erinnert hat; Zeiten,in denen ich schon genau dieses Gefühl im Bauch hatte: „Irgendwie ist es nicht richtig, das zu kaufen, aber ich mach’s jetzt trotzdem.“ Zeiten, in denen ich mir bereits bewusst war, welches System ich mit meinen Einkaufen unterstützte und ich bei jedem Einkauf ein schlechtes Gewissen hatte – aber immer weiter einkaufte… Wie ihr seht, habe ich mich aber doch dafür entschieden, die Teile mitzunehmen– denn schließlich ist Secondhand-Kaufen immer noch unschlagbar in Sachen Nachhaltigkeit. Jedes getauschte Teil mehr bedeutet ein weggeschmissenes Teil weniger. Gebrauchte Kleidung von Fast Fashion Brands zu verschmähen stellt sich für mich persönlich nicht als sinnvoll dar.

Und das hier sind die Teile, die es in meinen Kleiderschrank geschafft haben:
Ein graues Shirt mit schwarzen Ärmeln, ein leicht durchsichtiges, langes Print-Tanktop, ein langärmliges Kleid aus weißer Spitze und ein süßer kurzer Jumpsuit.
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Hier ein paar Tipps für eure nächste Kleidertauschparty:

– Ein Outfit anziehen, in dem man sich unkompliziert umziehen kann! Ich hatte beispielsweise ein schwarzes Top und einen kurzen Faltenrock an – mit den bequemen Slip Ons und meiner geräumigen Tasche von Beliya das perfekte Outfit für stressfreies Umziehen in der Gruppenumkleide.

– Das mit dem Rock ist auch immer besonders praktisch, da man andere Röcke, Jeans und Shorts unkompliziert anprobieren kann, ohne dem Rest des Raums seinen Allerwertesten entgegenstrecken zu müssen… Möchte man auch Oberteile anprobieren, vorher daran denken, einen halbwegs schönen BH anzuziehen (oder ein Bikini-Top, falls es euch unangenehm ist, in Unterwäsche dazustehen).

– Nur Kleidung zum Tauschen weggeben, bei der man sich wirklich sicher ist, dass man sie nicht mehr anziehen wird und sie beispielsweise auch nicht lieber einer Freundin geschenkt / sie auf Kleiderkreisel verkauft hätte, etc. – so vermeidet man vor Ort eine panische Suche nach den eigenen Sachen und freut sich, wenn man sieht, dass anderen die eigenen ausgedienten Stücke gefallen.

– Nehmt euch die Zeit und probiert die Sachen an! Somit vermeidet ihr weitere Schrankleichen bei euch zu Hause und gebt den anderen Besucherinnen noch die Chance auf ein neues Lieblingsteil. Bei dem Umkleidebereich lagen auch noch auffällig viele schöne Teile herum – was natürlich total Sinn macht, da in dem Bereich dann schon die erste Selektion stattgefunden hat. Lohnt sich also allemal, in den Umkleide-Ecken vorbeizuschauen!

– Geht nicht mit den Erwartungen zur Party, für 10 abgegebene Teile auch 10 neue Lieblingsstücke zu finden.

– Versucht beim Sichten der Klamotten kreativ zu denken: Was suche ich? Kann ich das Kleidungsstück färben, umnähen oder abschneiden, um das zu bekommen, was ich haben möchte?

Vintage Love / Outfit

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Während einige meiner Freundinnen dem Second-Hand-Shopping überhaupt nichts abgewinnen können, liebe ich es, in Vintage-Läden und einfachen Second-Hand-Shops zu stöbern. Stundenlang kann ich in ihnen verweilen und mir immer neue Kleidungsstücke auf meinen von all den gesammelten Klamotten mittlerweile müden Arm laden, bis ich mich fast nicht mehr fortbewegen kann und endlich einsichtig zur Umkleidekabine schlurfe.

Auch typisch: entweder finde ich immer gleich mehrere Teile oder gehe komplett ohne Ausbeute nach Hause. Wenn ich mit einer bestimmten Vorstellung vintage-shoppen gehe, finde ich ganz bestimmt etwas Begehrenswertes, aber zu 98% nicht das, wofür ich ursprünglich losgegangen bin…

Dieses Outfit besteht gleich aus 2 meiner Second Hand Streifzüge: Das Top habe ich in der Garage Berlin erspäht, dem wohl ersten Secondhandshop in Berlin, der Klamotten zum Kilopreis anbot. Die Mom-Jeans fischte ich aus einem Jeans-Stapel bei Episode in Amsterdam und verliebte mich sofort in ihre süßen Schleifen-Details.

Kombiniert dazu habe ich meine Will’s Vegan Cutout Boots, die ich besonders bei wechselhaftem Wetter sehr zu schätzen weiß. Denn da sie vegan und aus Kunstleder sind, sind sie absolut wasserfest und man ist in Hamburg mit ihnen stets gut für alle Eventualitäten vorbereitet!

Die Tasche von Beliya ist noch relativ frisch in meinem Besitz. Der Kauf hat sich aber wirklich bewährt und sie ist– genau wie erhofft – schnell mein neues Lieblingsstück geworden.

Die Fotos sind übrigens spontan in der Mittagspause entstanden; meine liebste Kollegin und ich sind förmlich über dieses Sofa gestolpert – da muss man einfach kurz Platz nehmen, oder?!

Spitzenbluse: Secondhand aus der Garage Berlin
Mom-Jeans: Secondhand von Episode aus Amsterdam
Boots: Will’s Vegan
Armband: People Tree
Sonnenbrille: R.T.C.O.
Tasche: Beliyabags