Spinat ist mein Gemüse / Outfit

Gerade aus dem Spanien-Urlaub wiedergekommen, möchte ich euch heute endlich mein Souvenir von etwas weiter weg zeigen: Es geht um mein Popeye Hemd aus Thailand. Eine Urlaubsgeschichte. Asiatique Bangkok Fair-Fashion-Outfit-handmade-made-in-thailand-neverends-asiatique-market-bangkok-jeanshemd-hessnatur-hose-faltenhose-sandalen-eco-nachhaltig-3

Bangkok. Unser letzter Abend vorm Rückflug bricht an. Wir fahren nach Chinatown, stehen 45 Minuten im Stau, sind kurz vor Sonnenuntergang dort, suchen uns hungrig etwas zu essen, haben sehr leckere, gefüllte Brötchen zum Nachtisch und versacken noch in einer Touri-Bar.
Eigentlich ja nicht so unsers, wenn man schon von weit weg sieht „oh, da sitzen nur Touristen“ – man ist zwar Tourist in einem Land, aber sich fühlen wie einer, sich so benehmen? Herrgott, wo käme man denn da hin? Was soll man bloß seinen Freunden und Kollegen erzählen, wenn man ohne Geheimtipp von dieser kleinen Garküche in einer verwinkelten Straße, die nur Dienstag Nachmittags geöffnet hat, nach Hause kommt?
Never mind. Die Bar war sehr gemütlich, und, großer Vorteil, klimatisiert. Ein Musiker sang mit Hingabe und starkem Akzent „Somewhere over the Rainbow“ und wir waren hin und weg. Nach zwei Drinks setzten wir uns in ein Tuk Tuk und machten uns auf den Weg zum Hotel. Auf dem Rückweg entdeckten wir im Vorbeifahren noch einige Stände an der Straßenseite und fragten den Tuk Tuk-Fahrer, was das für ein Markt sei. Seine Antwort war nur: „ahh, Asiatique better! You know Asiatique?“

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Ja, schon beim ersten Bangkok Besuch hatten wir uns den Asiatique Markt angesehen. Und auch er, obwohl extrem touristisch (oder vielleicht auch gerade „weil extrem touristisch“?) hat uns gut gefallen. Unser erster Marktbesuch in Bangkok galt selbstverständlich dem berühmten Chatuchack Market- dem größten Markt in Thailand, auf dem man wirklich alles bekommt. Er hat allerdings nur am Wochenende geöffnet. Für Reisende, die nicht die Möglichkeit haben, sich den Chatuchack Market anzusehen, ist Asiatique definitiv eine nette Alternative. Wie schon erwähnt ist der Markt zwar sehr touristisch aufgebaut, sauberer und weniger authentisch, weil alles etwas „schöner“ aussieht. Die Hütten, die Schilder, die Gänge, alles ist moderner und passt zusammen, eine wohl bedachte, von langer Hand und für Touris geplante Kulisse. Das Angebot der Dinge, die es zu kaufen gibt, ist aber sehr ähnlich und man bekommt ein wenig westlicheres „Markt-Feeling“.
Selbst wenn man es zum Chatuchack geschafft hat und Märkte mag, lohnt es sich also, beim Asiatique Markt vorbeizuschauen und dort einen netten Abend zu verbringen. Öffnungszeiten: Jeden Tag von 17:00 bis 00:00 Uhr.

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Es war also 21 Uhr und der Tuk Tuk Fahrer stoppte vor unserem Hotel, als wir ihn spontan fragten, ob er uns noch weiter bis zur Asiatique bringen würde. Wir wollten noch nicht schlafen gehen, denn am nächsten Tag hieß es „zurück ins kalte Deutschland“. 

Er willigte ein. Dort angekommen stöberten wir uns eine Weile durch die Stände, die neben den üblichen gefälschten Shirts und Uhren auch tolle, vor Ort handgefertigte Produkte anboten.

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So kamen wir also schließlich zu Daos Stand, der uns mit den ausgestellten Shirt-Designs sofort ins Auge stach. Man wusste überhaupt nicht, wo man hinschauen sollte, da es auf jedem einzelnen Kleidungsstück so viel zu entdecken gab. Dao erzählte uns, dass er alle Designs selbst kreiert. Mit einer speziellen Technik stickt er die Motive in die Hemden aus Amerika ein. Schnell war uns klar, dass wir unbedingt eins der Hemden mit nach Hamburg nehmen wollten. Genauso schnell war uns dann auch klar, dass die Range der Größen sich gefühlt im Bereich XXS-S bewegte. Lucky me – da war also einer dieser Momente, in denen es toll ist, klein zu sein. Popeye passte perfekt und landete im Einkaufskorb. Dass wir nicht versuchten, den Preis für das Hemd (umgerechnet 100€) herunterzuhandeln, freute Dao so sehr, dass er uns noch eine Kuscheltier-Figur von Popeyes Widersacher Bluto schenkte.

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Viele Touristen würden versuchen, die Hemden für die Hälfte mitzunehmen, weil sie an die Preise der Massenproduktion gewöhnt seien. All die anderen Stände seien darauf angewiesen, jeden Tag ganz viel für sehr wenig Geld und mit schlechter Qualität zu verkaufen. Dao habe das auch mal gemacht, Geschäfte mit Fast Fashion. Doch dann kam die Liebe zur Kunst, den Hemden, seiner speziellen Technik. Er sei sehr glücklich mit dem, was er tue – verkaufe lieber wenige Sachen an Leute, die seine Arbeit wertschätzen. An einem Online-Shop sei er nicht interessiert; er wache morgens auf, habe eine Idee für ein Design im Kopf und setze es dann um. Ständig kämen ihm neue Ideen, daher habe er sein Label auch „Never End’s“ genannt. Mittlerweile hat er jemandem seine Technik beigebracht, so dass er sich ganz dem Zeichnen neuer Designs widmen kann. Die Technik, wie er die Fäden an den Stoff bekommt, beschreibt er als „ein bisschen wie beim Tätowieren“.

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Er ist wirklich happy, dass wir ihn und seine Arbeit als Künstler verstehen – holt für uns noch 2 Dosen Bier. Ein Freund von Dao kommt noch vorbei, die nächste Runde Bier wird geholt, während die Läden um uns herum schließen. Irgendwann um eins macht auch Dao seinen Laden zu; ein ganz schönes Puzzle-Spiel ist es, all die Sachen in den kleinen Stand zu bekommen, aber es klappt. Was wir jetzt noch vor haben, fragt uns Dao. Morgen nach Deutschland zurück fliegen, antworten wir. Aber mit Sicherheit wieder zurück kommen.

Leider konnten wir keine Fotos machen, da unsere Akkus schon den Geist aufgegeben hatten. Bei Facebook (Dao Never End’s) habe ich nun gelesen, dass Dao den Laden wohl an seinen Co-Owner abgegeben hat, der Stand ist aber noch immer da:
Asiatique – the Riverfront.
Chareonkrung Soi 74-76
Warehouse 2, Trok 5.

Da die Stände im Asiatique Market überdacht sind, ist der Markt auch eine gute Sache, wenn man zur Regenzeit in Bangkok ist.

P.S.: Am Bangkok-Guide wird fleißig gearbeitet und bald geht er endlich online!

 

SLOW FASHION LOOK DETAILS:

Jeanshemd: Dao Never End‘s – In Bangkok werden mit einer speziellen Technik die Motive auf amerikanische Hemden (zum Teil Vintage-Hemden) gestickt. VEGAN/SOCIAL/*ca.100€*

T-Shirt: Lovjoi  – Das Shirt habe ich bei der Close up Production im glore geschenkt bekomen. Vielen Dank! Unter fairen Bedingungen in Deutschland hergestellt. VEGAN/ECO/SOCIAL/*55€*

Hose: Hessnatur. Unter fairen Bedingungen in Litauen hergestellt. ECO/SOCIAL*im Sale für 99,95€*

Sandalen: Hessnatur. Unter fairen Bedingungen in der Slowakei hergestellt. Pflanzlich gegerbtes Leder aus Deutschland. ECO/SOCIAL/*im Sale für 89,95€*

Tasche: Vintage von Blondie Vintage (London). ECO/*ca.30€*

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